Alle sagten es. Lehrer, Freunde, Verwandte. „Timm, du bist ein Entertainer. Du gehörst zum Radio.“
Ich war jung, selbstbewusst – und, wie ich heute weiß, gleichzeitig ziemlich unsicher.
Diese Kombination ist interessanter, als sie klingt.
Das Publikum als Schutzschild
Als Jugendlicher hatte ich gelernt, zu unterhalten. Nicht weil ich es wollte, sondern weil ich gut darin war. Menschen lachten, hörten zu, applaudierten. Aber wer den Entertainer spielt, muss keine echte Nähe zulassen. Die Bühne schützt. Je größer das Publikum, desto kleiner die Chance, als Mensch zu scheitern.
Im Privaten war ich manchmal arrogant. Unnahbar. Das war keine Kälte – das war Selbstschutz. Ich wusste nur noch nicht, dass ich das eines Tages verstehen würde. Und nutzen.
Der Vater und die Diskussionen
Mein Vater war anspruchsvoll. Er diskutierte mit Druck, stellte Dinge in Frage, forderte Antworten. Andere hätten sich vielleicht gebeugt. Ich habe gelernt, mich vorzubereiten. Argumente zu sortieren. Standpunkte zu halten, auch wenn es unbequem wurde.
So wurde aus Druck Selbstsicherheit – nicht die aufgesetzte Art, sondern die, die aus echter Auseinandersetzung entsteht. Ich wusste: Reden kann ich. Kommunizieren kann ich. Und ich hatte ein Gefühl für mein Gegenüber, das ich damals noch gar nicht benennen konnte.
25 Jahre Radio – und was wirklich dahintersteckt
Beim Radio habe ich verstanden, was es bedeutet, Menschen wirklich zu erreichen. Nicht zu beschallen. Zu berühren. Mit Tiefe. Mit Dramaturgie. Mit dem richtigen Moment der Stille.
Das klingt nach Unterhaltung. Aber es ist universell.
Wer in einem Meeting seine Kolleginnen überzeugen will. Wer als Führungskraft zu einem Team spricht. Wer auf einer Bühne steht oder in einem wichtigen Gespräch einfach ankommen möchte – all das folgt denselben Gesetzen: Wie halte ich einen Raum? Wie setze ich meine Stimme ein? Wie wirke ich, wenn ich reinkomme?
Und dann ist da noch das Körperliche. Haltung ist keine Metapher. Sie signalisiert Sicherheit – nach innen und nach außen. Wer aufrecht steht, atmet anders. Wer anders atmet, denkt klarer. Wer klarer denkt, spricht besser. Das hängt alles zusammen – und genau das vergessen die meisten.
Warum ich Präsenztraining anbiete
Nicht weil ich perfekt bin. Sondern weil ich weiß, wie sich Unsicherheit anfühlt – und wie man sie nicht wegmacht, sondern versteht und nutzt.
Ich war derjenige, der den Entertainer gespielt hat, um nicht verletzbar zu sein. Heute helfe ich Menschen, authentisch zu wirken. Nicht als Maske. Als sie selbst.
Wenn du spürst, dass du mehr kannst, als du zeigst – wenn du weißt, dass deine Wirkung noch nicht das widerspiegelt, was du eigentlich bist – dann ist das genau der Moment, in dem ich ins Spiel komme.
Schreib mir. Ein erstes Gespräch kostet nichts.