Es begann mit einer Nachricht.

Meine Mutter Elke – seit 2010 mit COPD diagnostiziert, jemand, der das Rampenlicht meidet und nie öffentlich sprechen wollte – schrieb mir: „Wenn ich mal nicht mehr da bin, wünsche ich mir, dass du einen Podcast machst. Etwas, was bleibt.“

Ich bin Radiomoderator. Ich kenne das Mikrofon. Aber dieser Satz hat mich sprachlos gemacht.

Das letzte Gespräch – 38 Folgen über Leben und Abschied

Was folgte, waren 38 Episoden unter dem Titel „Das letzte Gespräch“ – auch bekannt als „Wenn der Tod anklopft“. Ein Podcast, der aus einer einfachen Frage entstand: Was bleibt von einem Menschen, wenn er geht?

Keine Sendung für Menschen, die mit dem Tod hadern. Eine Sendung für Menschen, die verstehen wollen, was wirklich zählt – solange noch Zeit ist.

Meine Mutter sprach über ihre Diagnose. Über das Loslassen. Über die Dinge, an denen man hängt, selbst wenn man will, dass es aufhört. Einmal sagte sie: „Man hängt total am Leben und kann auch nicht einfach so loslassen, selbst wenn man das eigentlich gerne will.“

Sie plante ihre Abschiedsfeier: Feuerkörbe, Champagner, keine Grabpflege für die Hinterbliebenen. Radikale Offenheit. Die Champagner-Strategie, wie wir es nannten. Nicht Abschied verwalten – Abschied gestalten.

Folge 38 – das Finale

Im August 2024 starb Elke im Hospiz.

Die letzten Tage gemeinsam. Das Okay zum Gehen, das ich ihr gegeben habe. Und der kleine Luke – ein Kuscheltier, das sie für ihre Enkel hinterlassen hat. Ein Anker. Ein Zeichen, dass sie immer noch da ist, auch wenn sie nicht mehr sichtbar ist.

Dieser Gang ins Hospiz war schwer. Aber ich war nicht allein damit. Wir hatten 38 Folgen lang gesprochen, geweint, gelacht, die Stille ausgehalten. Durch diesen gemeinsamen Weg fühlte ich mich getragen – von etwas, das ich nicht genau benennen kann, aber deutlich gespürt habe.

Was aus dem Podcast geworden ist

„Das letzte Gespräch“ ist zur Grundlage einer Keynote geworden: Wandel Wirkung Worte.

Weil die Fragen, die meine Mutter und ich gestellt haben, keine rein privaten Fragen sind. Was bleibt von unserer Arbeit? Wie bauen wir Strukturen, die Menschen tragen – statt Strukturen, die gepflegt werden müssen wie ein Grab? Was bedeutet es, wirklich loszulassen – von einer Rolle, einem Projekt, einer Lebensphase?

Wenn man über den eigenen Tod sprechen kann, verliert auch das Scheitern im nächsten Projekt seinen Schrecken. Das ist keine Therapie. Das ist Leadership.

Warum ich das erzähle

Nicht um zu rühren. Sondern weil dieser Podcast mich verändert hat – und weil er zeigt, was möglich ist, wenn man anfängt, ehrliche Fragen zu stellen.

Über das Leben. Über sich selbst. Über das, was bleibt.

Meine Mutter hat das gewusst, als sie mir diese Nachricht schickte. Ich habe es erst später verstanden.

Den Podcast „Das letzte Gespräch“ findest du überall, wo es Podcasts gibt.